Beim Investieren in Aktien gibt es eine Menge Zahlen und Begriffe, die auf den ersten Blick abschreckend wirken können. Doch wenn du sie richtig verstehst, wird die Auswahl von guten Dividendenaktien oder unterbewerteten Aktien deutlich einfacher. In diesem Artikel erkläre ich dir die wichtigsten Kennzahlen und Begriffe aus der Firmenbilanz, damit du sicher und informiert deine Investmententscheidungen treffen kannst.
Wir machen dich fit für die Aktienanalyse – und das mit unterhaltsamen und verständlichen Beispielen!
Umsatz (Revenue)
Der Umsatz ist die erste große Zahl, die du in der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens siehst. Er gibt an, wie viel Geld ein Unternehmen durch den Verkauf seiner Produkte oder Dienstleistungen eingenommen hat. Je höher der Umsatz, desto mehr Potenzial hat das Unternehmen, Gewinne zu erzielen.
Beispiel:
Angenommen, du hast eine Firma, die Kekse verkauft, und du hast in einem Jahr 1.000 Kekspackungen zu je 2 Euro verkauft. Dein Umsatz beträgt also 2.000 Euro. Doch Achtung: Der Umsatz alleine sagt noch nichts über die Rentabilität aus. Es ist nur das „Brutto“, bevor alle Kosten abgezogen werden.
Gewinn (Net Income)
Nach dem Abzug aller Kosten wie Material, Personal und Steuern bleibt der Gewinn übrig – das ist der „Nettobetrag“, den das Unternehmen verdient. Der Gewinn ist entscheidend für die Ausschüttung von Dividenden, da ein Unternehmen ohne Gewinn keine Dividenden zahlen kann.
Beispiel:
Aus deinen 2.000 Euro Umsatz ziehst du 1.500 Euro für Kosten ab. Der Gewinn beträgt also 500 Euro. Wenn du deine Aktionäran diesem Gewinn beteiligen möchtest, könntest du einen Teil davon als Dividende ausschütten.
Wichtiger Tipp: Unternehmen, die stetig steigende Gewinne ausweisen, sind oft gute Kandidaten für stabile Dividendenaktien.
Dividendenrendite (Dividend Yield)
Die Dividendenrendite ist eine der wichtigsten Kennzahlen für Dividendenjäger. Sie zeigt, wie viel Dividende du im Verhältnis zum Aktienkurs bekommst. Berechnet wird sie folgendermaßen:
Dividendenrendite (%) = (Dividende je Aktie / Aktienkurs) x 100
Beispiel:
Du kaufst eine Aktie für 100 Euro, und das Unternehmen zahlt eine Dividende von 5 Euro pro Jahr. Die Dividendenrendite beträgt also 5 %. Das bedeutet, du erhältst jährlich 5 Euro für jede Aktie, die du besitzt. Eine hohe Dividendenrendite kann attraktiv sein, aber Achtung: Sie sollte nicht allein ausschlaggebend sein, denn hohe Renditen können auch auf Probleme hindeuten (z. B. einen fallenden Aktienkurs).
Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV / P/E Ratio)
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) hilft dir einzuschätzen, ob eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Gewinn günstig oder teuer ist. Es zeigt dir, wie viel Anleger bereit sind, für einen Euro Gewinn zu zahlen. Du berechnest es folgendermaßen:
KGV = Aktienkurs / Gewinn je Aktie
Beispiel:
Ein Unternehmen hat einen Aktienkurs von 50 Euro und einen Gewinn je Aktie von 5 Euro. Das KGV beträgt also 10. Das bedeutet, dass Anleger bereit sind, das Zehnfache des Gewinns pro Aktie zu zahlen.
Ein niedrigeres KGV kann darauf hinweisen, dass eine Aktie unterbewertet ist. Ist es zu hoch, könnte die Aktie überbewertet sein – allerdings hängt das auch von der Branche ab. Technologieaktien haben oft höhere KGVs als traditionelle Unternehmen.
Eigenkapitalrendite (Return on Equity – ROE)
Die Eigenkapitalrendite (ROE) zeigt, wie effizient ein Unternehmen das Eigenkapital einsetzt, um Gewinne zu generieren. Sie wird so berechnet:
ROE (%) = (Nettogewinn / Eigenkapital) x 100
Beispiel:
Dein Keksunternehmen hat ein Eigenkapital von 10.000 Euro und einen Gewinn von 1.000 Euro gemacht. Die Eigenkapitalrendite beträgt also 10 %. Je höher diese Zahl, desto besser kann das Unternehmen mit dem eingesetzten Kapital wirtschaften.
Ein Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalrendite schafft es, das Kapital seiner Investoren gewinnbringend einzusetzen – ein gutes Zeichen für potenzielle Aktionäre!

Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity Ratio)
Der Verschuldungsgrad zeigt das Verhältnis von Schulden zum Eigenkapital und gibt dir Auskunft darüber, wie stark ein Unternehmen auf Fremdkapital angewiesen ist. Du berechnest ihn so:
Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital
Beispiel:
Angenommen, dein Unternehmen hat Schulden in Höhe von 5.000 Euro und ein Eigenkapital von 10.000 Euro. Der Verschuldungsgrad beträgt also 0,5. Je niedriger dieser Wert, desto besser, denn eine hohe Verschuldung kann ein Unternehmen in schwierigen Zeiten ins Wanken bringen.
Unternehmen mit niedrigem Verschuldungsgrad haben weniger finanzielle Risiken und sind oft stabiler.
Cashflow
Der Cashflow zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen tatsächlich generiert – und das unabhängig von buchhalterischen Gewinnen. Besonders wichtig ist der operative Cashflow, der angibt, wie viel Geld das Kerngeschäft einbringt.
Beispiel:
Dein Keksunternehmen hat Einnahmen aus Verkäufen (Umsatz) von 2.000 Euro und zahlt 1.000 Euro für Zutaten und Löhne. Dein operativer Cashflow beträgt also 1.000 Euro. Ein positiver Cashflow bedeutet, dass das Unternehmen genug Geld einnimmt, um seine Ausgaben zu decken und eventuell Dividenden auszuschütten.
Wichtiger Hinweis: Unternehmen mit einem starken Cashflow können stabile Dividenden zahlen und sind weniger anfällig für Finanzierungsprobleme.
Gewinnwachstum
Das Gewinnwachstum zeigt, wie stark der Gewinn eines Unternehmens über die Zeit gewachsen ist. Stabiles und stetiges Gewinnwachstum ist ein Zeichen für ein gut geführtes Unternehmen mit langfristigem Potenzial.
Beispiel:
Wenn dein Unternehmen im ersten Jahr einen Gewinn von 500 Euro macht und im nächsten Jahr 600 Euro, beträgt dein Gewinnwachstum 20 %.
Ein Unternehmen mit konstantem Gewinnwachstum ist oft ein Kandidat für steigende Aktienkurse und höhere Dividenden.
Buchwert je Aktie (Price-to-Book Ratio – P/B Ratio)
Der Buchwert je Aktie zeigt, was das Unternehmen rein theoretisch wert wäre, wenn es heute alle Vermögenswerte verkaufen und alle Schulden begleichen würde. Der Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/B) setzt den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis zum Buchwert je Aktie:
P/B Ratio = Aktienkurs / Buchwert je Aktie
Beispiel:
Das Unternehmen hat Vermögenswerte im Wert von 10.000 Euro und Verbindlichkeiten von 4.000 Euro. Der Buchwert beträgt also 6.000 Euro. Bei 1.000 Aktien ergibt das einen Buchwert je Aktie von 6 Euro. Wenn der Aktienkurs 12 Euro beträgt, beträgt das KGV 2.
Ein niedriges P/B-Verhältnis kann darauf hindeuten, dass die Aktie unterbewertet ist.So findest du die richtige Aktie
So findest du die richtigen Raketen…
Die Auswahl der richtigen Dividendenaktien oder unterbewerteten Aktien erfordert keine Glaskugel, sondern nur ein bisschen Know-how. Wenn du dich mit den oben genannten Kennzahlen vertraut machst, kannst du fundierte Entscheidungen treffen.
Wichtige Tipps für die Praxis:
- Achte auf stetige Gewinne und ein gesundes Gewinnwachstum.
- Eine hohe Dividendenrendite ist attraktiv, aber nur, wenn sie von stabilen Finanzen begleitet wird.
- Vermeide Unternehmen mit einem zu hohen Verschuldungsgrad.
- Schau dir den operativen Cashflow an – er zeigt dir, ob das Unternehmen auch wirklich Geld verdient.
Mit diesem Wissen wirst du in der Lage sein, unterbewertete Aktien und stabile Dividendenzahler zu finden.


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