Es gibt sie in jedem Depot: die Aktie, die einfach nicht laufen will. Für mich ist das derzeit die Porsche AG. Mit einem Verlust von -30 % ist sie meine schwächste Position, und ich möchte diesen Beitrag nutzen, um über meine Gedanken zu dieser Situation zu sprechen. Soll ich aussitzen oder verkaufen? Was sind die Vor- und Nachteile beider Strategien? Und warum habe ich mich letztendlich für das Aussitzen entschieden? Wenn du selbst in einer ähnlichen Lage bist, findest du hier vielleicht einige hilfreiche Tipps.

Mein Einstieg in die Porsche-Aktie
Im Jahr 2024 war ich überzeugt davon, dass die Porsche AG eine vielversprechende Investition ist. Die Marke Porsche steht für Luxus, Leistung und Prestige – Eigenschaften, die ich für langfristig wertsteigernd halte. Der Börsengang der Porsche AG versprach, von der starken Markenbekanntheit und den ambitionierten Elektrifizierungsplänen des Unternehmens zu profitieren. Leider lief es bisher nicht wie erwartet.
Mein Einstiegskurs lag bei einem Niveau, das ich heute als ambitioniert bezeichnen würde. Ich war von der Markendominanz überzeugt und hatte den Glauben, dass Porsche als Luxusautobauer gegen wirtschaftliche Unsicherheiten resistent sein würde. Doch mit einem aktuellen Verlust von 30 % zeigt sich, dass auch starke Marken von Marktschwankungen und makroökonomischen Faktoren nicht verschont bleiben.
Warum die Porsche-Aktie derzeit schwächelt
Es gibt mehrere Gründe, warum die Porsche-Aktie aktuell unter Druck steht:
- Makroökonomische Unsicherheiten: Die steigenden Zinsen und eine abgeschwächte Nachfrage auf wichtigen Märkten wie Europa und China belasten den Automobilsektor insgesamt.
- Elektrifizierung und hohe Investitionen: Porsche investiert massiv in die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte. Zwar ist dies langfristig positiv, kurzfristig drücken jedoch die hohen Kosten auf die Margen.
- Abhängigkeit vom Luxussegment: Auch wenn Porsche eine starke Marke ist, bleibt der Absatz von Luxusautos in Rezessionszeiten anfälliger.
- Starke Konkurrenz: Unternehmen wie Tesla oder auch traditionelle Automobilhersteller wie BMW und Mercedes-Benz drängen stärker in das Premium-Elektrosegment.
Optionen in einer solchen Situation: Aussitzen oder verkaufen?
Als Anleger hat man in einer solchen Situation zwei grundlegende Optionen:
- Verkaufen und Verluste begrenzen: Verkaufen bedeutet, die Position aufzulösen und das verbleibende Kapital anderweitig zu investieren. Dies kann sinnvoll sein, wenn man glaubt, dass die Aktie langfristig keine Erholungschancen hat.Vorteile:
- Verbleibendes Kapital kann in eine besser performende Aktie reinvestiert werden.
- Keine weiteren Verluste, falls der Kurs weiter fällt.
- Realisierte Verluste schmerzen und sind steuerlich nur begrenzt verrechenbar.
- Man gibt die Chance auf eine mögliche Erholung auf.
- Aussitzen: Aussitzen bedeutet, die Position zu halten und darauf zu hoffen, dass sich der Kurs langfristig erholt.Vorteile:
- Keine Realisierung von Verlusten.
- Chance, dass sich der Kurs erholt und langfristig sogar Gewinne einfährt.
- Das Kapital bleibt gebunden und könnte in einer besser performenden Aktie mehr Rendite bringen.
- Es besteht das Risiko, dass die Aktie weiter fällt oder stagniert.

Meine Entscheidung: Aussitzen
Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dafür entschieden, meine Position in der Porsche AG zu halten. Hier sind die Gründe, warum ich an dieser Aktie festhalte:
- Starke Marke mit langfristigem Potenzial: Porsche ist eine der wertvollsten Marken im Automobilsektor. Das Unternehmen hat eine loyale Kundschaft und eine hohe Preissetzungsmacht. Selbst in schwierigen Zeiten bleibt die Nachfrage nach Porsche-Fahrzeugen relativ stabil.
- Elektrifizierung als Wachstumschance: Obwohl die Elektrifizierung aktuell die Margen belastet, sehe ich hier langfristig großes Potenzial. Modelle wie der Taycan zeigen, dass Porsche auch im Elektrosegment erfolgreich sein kann.
- Dividendenpolitik: Porsche zahlt eine attraktive Dividende, die mir hilft, den Verlust etwas zu kompensieren.
- Langfristige Perspektive: Ich investiere mit einem Zeithorizont von 5 bis 10 Jahren. Kurzfristige Schwächen sind für mich kein Grund, eine Position aufzugeben, wenn die langfristigen Aussichten stimmen.
Tipps für den Umgang mit Verlustaktien
Wenn auch du mit Verlustaktien zu kämpfen hast, könnten dir diese Tipps helfen:
- Rational bleiben: Lass dich nicht von Emotionen wie Angst oder Frustration leiten. Analysiere die Situation objektiv.
- Langfristige Perspektive: Frage dich, ob das Unternehmen langfristig eine Erholungschance hat. Wenn ja, könnte Halten die bessere Option sein.
- Stop-Loss-Prämien: Wenn du unsicher bist, lege Stop-Loss-Marken fest, um Verluste zu begrenzen.
- Diversifikation: Stelle sicher, dass eine einzelne Position nicht zu groß ist. Diversifikation hilft, Verluste in einer Aktie zu kompensieren.
- Fundamentaldaten checken: Prüfe, ob sich die Fundamentaldaten des Unternehmens verschlechtert haben. Wenn nicht, könnte Halten sinnvoll sein.
Porsche im Jahr 2025
Trotz der aktuellen Verluste bin ich optimistisch, was die Zukunft der Porsche AG betrifft. Hier sind einige Gründe, warum ich an eine Erholung glaube:
- Neue Modelle: Porsche hat mehrere spannende Modelle in der Pipeline, darunter weitere Elektrofahrzeuge, die das Portfolio erweitern.
- Expansionspotenzial: Die Nachfrage in aufstrebenden Märkten wie Asien könnte für zusätzliches Wachstum sorgen.
- Kostenmanagement: Porsche arbeitet daran, die Produktionskosten für Elektrofahrzeuge zu senken, was die Margen langfristig erhöhen dürfte.
Natürlich gibt es Risiken, darunter die Konkurrenz im Elektromobilitätssektor und die Abhängigkeit von der globalen Konjunktur. Doch insgesamt bin ich zuversichtlich, dass Porsche sich langfristig behaupten wird.
Die Porsche AG ist derzeit meine schwächste Aktie im Depot, doch ich habe mich entschieden, an ihr festzuhalten. Meine Überzeugung, dass die Marke Porsche langfristig erfolgreich sein wird, ist ungebrochen. Aussitzen ist nicht immer die richtige Wahl, aber in meinem Fall scheint es die beste Strategie zu sein.
Wenn du selbst vor einer ähnlichen Entscheidung stehst, hoffe ich, dass dir dieser Beitrag einige Denkanstöße geben konnte. Und denk daran: Jeder Anleger macht Fehler, aber es ist wichtig, aus ihnen zu lernen und sich kontinuierlich zu verbessern.


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