Aktienmärkte sind wie eine Achterbahn: hoch, runter, Kurven, Überraschungen – und manchmal bleibt einem einfach die Luft weg! Doch als rationaler Investor sollte man nicht wie ein panisches Kind in der ersten Reihe sitzen, sondern eher wie ein erfahrener Achterbahnfahrer agieren. Die zentrale Frage ist:
Wann lasse ich meine Gewinne laufen und wann schneide ich Verluste ab, bevor der Wagen komplett abstürzt?
Mit diesem Blogbeitrag möchte ich dir dabei helfen, nicht nur dein Aktienportfolio klug zu steuern, sondern auch ein wenig Spaß dabei zu haben! Klingt gut? Na dann, los geht’s mit deiner Rakete!

Lass die Gewinne laufen – aber wie lange?
Es gibt nichts Schöneres als eine Aktie, die kontinuierlich an Wert gewinnt. Dein Portfolio wächst und du fühlst dich wie Warren Buffett höchstpersönlich. Doch die Kunst besteht darin zu wissen, wann man Gewinne mitnimmt und wann man den Kursen weiterhin trauen sollte.
Klassische Regel: „Gewinne laufen lassen!“
Der Satz „Lass deine Gewinne laufen“ ist an der Börse fast schon legendär. Doch wie macht man das genau? Wenn du eine Aktie gekauft hast, die sich gut entwickelt, ist die Versuchung groß, sie zu verkaufen und die Gewinne einzustreichen. Doch oft ist das ein Fehler. Warum? Hier kommen ein paar schlaue Tools der Finanzanalyse ins Spiel, die dir helfen können, die richtigen Entscheidungen zu treffen:
a) Der gleitende Durchschnitt (Moving Average, MA)
Dieser Parameter hilft dir, den allgemeinen Trend einer Aktie zu bestimmen. Der 50-Tage-gleitende Durchschnitt ist ein beliebtes Tool, um kurzfristige Bewegungen zu analysieren, während der 200-Tage-Durchschnitt die langfristige Entwicklung abbildet. Wenn eine Aktie deutlich über ihrem gleitenden Durchschnitt liegt, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass sie in einem starken Aufwärtstrend ist – und dass du sie weiter halten solltest.
Witziger Vergleich: Stell dir vor, du bist im Fitnessstudio und beobachtest, wie du täglich ein wenig stärker wirst. Würdest du nach dem ersten sichtbaren Bizeps-Erfolg sofort aufhören zu trainieren? Wohl kaum! Du lässt die Gewinne – oder in diesem Fall die Muskeln – wachsen.
b) Relative Stärke Index (RSI)
Der RSI misst die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Preisbewegungen. Werte über 70 deuten darauf hin, dass eine Aktie „überkauft“ sein könnte – Zeit, darüber nachzudenken, ob es nicht schlau wäre, Gewinne zu realisieren. Werte unter 30 bedeuten „überverkauft“ – also vielleicht eine Chance, zuzugreifen, bevor der Markt den Trend dreht.

Verluste begrenzen: Schneide den toten Ast ab!
„Verluste begrenzen“ – klingt wie eine einfache Regel, aber es ist wohl der emotional schwerste Teil des Investierens. Niemand mag es, Verluste zu realisieren. Man denkt sich: „Vielleicht kommt die Aktie ja doch wieder hoch“. Doch manchmal ist das der klassische Fall von Selbstbetrug.
a) Stop-Loss-Order: Dein Sicherheitsnetz
Eines der nützlichsten Tools zur Verlustbegrenzung ist die Stop-Loss-Order. Hier setzt du eine Verkaufsschwelle, bei der die Aktie automatisch verkauft wird, wenn sie unter einen bestimmten Kurs fällt. Das hilft dir, größere Verluste zu vermeiden.
Beispiel: Du hast eine Aktie für 100 Euro gekauft und setzt eine Stop-Loss-Order bei 90 Euro. Fällt die Aktie unter diesen Kurs, wird sie automatisch verkauft. Natürlich kannst du das auch flexibler handhaben und den Stop-Loss nach oben anpassen, wenn die Aktie steigt.

Das Verhältnis von Gewinnen und Verlusten: Die 2:1-Regel
Ein besonders wichtiges Prinzip ist die 2:1-Regel. Diese Regel besagt, dass du in jeder Investition darauf achten solltest, dass das Verhältnis zwischen deinem potenziellen Gewinn und deinem maximalen Verlust mindestens 2:1 beträgt. Das bedeutet, dass du nur in eine Aktie investieren solltest, wenn die Gewinnchance mindestens doppelt so hoch ist wie das Risiko.
Beispiel:
- Du investierst in eine Aktie bei einem Kurs von 50 Euro.
- Dein Ziel ist es, die Aktie bei 60 Euro zu verkaufen, was einen Gewinn von 10 Euro pro Aktie bedeutet.
- Gleichzeitig setzt du deinen Stop-Loss bei 45 Euro, sodass dein maximaler Verlust nur 5 Euro pro Aktie beträgt.
Dieses Verhältnis von Gewinn zu Verlust von 10:5 (oder 2:1) stellt sicher, dass du auch bei mehreren Verlusten am Ende profitabel bleibst.

Emotionen im Zaum halten: Der größte Feind des Investors
Der wahrscheinlich größte Stolperstein für jeden Investor sind die eigenen Emotionen. Das Auf und Ab der Aktienkurse bringt oft irrationale Entscheidungen mit sich.
a) Die FOMO-Falle (Fear of Missing Out)
Du siehst, wie eine Aktie plötzlich durch die Decke geht, und denkst dir: „Mist, warum habe ich nicht investiert?“ – und plötzlich springst du auf den Zug auf, nur um dann festzustellen, dass der Kurs sich plötzlich wieder einpendelt. Hier ist Geduld gefragt! Lass dich nicht von der Angst leiten, etwas zu verpassen.
b) Verlustangst und das „Hold on for dear life“-Syndrom
Andersherum: Du sitzt auf einer Aktie, die seit Monaten im Minus ist, und denkst dir: „Ach, die erholt sich bestimmt irgendwann!“ Die Realität? Oft tust du dir selbst keinen Gefallen, wenn du an einer schlechten Aktie festhältst. Manchmal muss man loslassen – auch wenn’s wehtut. Hier hilft es, klare Verlustgrenzen zu setzen, damit du nicht emotional agierst.

Finanzkennzahlen: Dein Instrumentenkoffer für die Analyse
Ein paar harte Zahlen können nie schaden, wenn es darum geht, Aktienanalysen zu stützen. Hier ein paar wichtige Kennzahlen, die dir helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen:
a) Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
Das KGV zeigt an, wie „teuer“ eine Aktie ist. Ein KGV von 10 bedeutet, dass du 10 Euro für jeden Euro Gewinn zahlst, den das Unternehmen macht. Ein niedriges KGV kann auf eine unterbewertete Aktie hinweisen, aber Vorsicht: Manchmal gibt es gute Gründe für ein niedriges KGV, wie z. B. schwache Wachstumsaussichten.
b) Dividendenrendite
Auch die Dividendenrendite kann ein interessanter Faktor sein, wenn es darum geht, Gewinne laufen zu lassen oder Verluste zu begrenzen. Eine Aktie mit einer soliden Dividendenrendite von z. B. 4 % ist vielleicht weniger volatil und kann daher gut im Depot bleiben, auch wenn sie kurzfristig mal ins Minus rutscht.

Gewinne wachsen lassen, Verluste kappen – mit Köpfchen und ohne Drama!
Aktien sind nicht nur etwas für nervenstarke Zocker. Mit den richtigen Strategien und einer durchdachten Depotplanung kannst auch du zum entspannten Investor werden. Das Motto „Lass Gewinne laufen und begrenze Verluste“ ist kein leeres Mantra, sondern ein Leitfaden für nachhaltigen Erfolg an der Börse.

- Gewinne lässt du laufen, wenn du klar erkennst, dass der Trend intakt ist (z. B. über gleitende Durchschnitte oder RSI).
- Verluste begrenzt du diszipliniert mit Stop-Loss-Orders und dem Mut, dich von schlechten Investments zu trennen.
- Halte das Verhältnis von Gewinn zu Verlust immer mindestens bei 2:1, um profitabel zu bleiben.
- Und vor allem: Lass deine Emotionen nicht die Kontrolle übernehmen!
Mit diesen Tipps bist du für die Achterbahnfahrt an den Aktienmärkten bestens gerüstet – also schnall dich an und genieße die Fahrt in deiner Rakete!


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